October 29, 2018

AIRLINE und das Pferd. Sehen wir hier einen Pegasus oder sind das bloss Worte, die uns was weis machen wollen? Wenn nicht das Ganze (das ganze Pferd) sichtbar wird, erhalten wir die Antwort nicht schlüssig. Wir reiten auf Vorstellungen, die uns Worte verschaffen. (Worte verschaffen Vorstellungen, und Vorstellungen verschaffen Worte). 

Das vielleicht ist auch immer der Grund für meine Notizen (die ich "Blog" nenne, weil das ein so wunderbar kurzes Wort für Geschriebenes ist, das klingt wie "Block", aber kein Papier braucht): Gedanken mit Worten abholen, festigen und festlegen. Worte, die ich abhole, holen auch mich ab. Sie lassen mich abheben.

Ich habe doch gewusst, beim Anblick des Pferdes, dass da was in der Luft liegt... Nun habe ich euch, Gedanken...

Also doch: Airline.

October 27, 2018

Die Besucherin möchte in der Ausstellung auf Stellwänden (das Weltgeschehen in der Pressefotografie) erheischen, was da zu sehen sei. Der Blick von hinten erfasst aber so gar nicht das blutige Geschehen – und doch bedingen sich die beiden Welten, irgendwie: das Drama dort draussen, hier drin das Gucken aus der Komfortzone durch einen Schlitz – und alles verpassen, oder fast alles zumindest. Hier spritzte das Blut, und da perlt es ab, irgendwie.

October 21, 2018

Ist es sinnvoll, Bildern einen Titel zu verpassen? Berauben wir sie damit nicht vielmehr der Möglichkeit, in den Augen des Publikums etwas anderes sein oder zeigen zu können als das, was wir Produzenten ihnen an Wirkung mitgeben möchten? Ist nicht eben die eigene Interpretation des Betrachtenden wesentlich? Durchkreuzen Titel nicht eigentlich das Wesen der „freien“ Kunst - nicht einen vorbestimmten Sinn machen zu müssen? 

Titel können auch im Weg stehen – und gängige Vorstellungen durchkreuzen. Sie sind dann Verstellungen. 

Wir sehen hier zur Abwechslung und etwas mal nicht ein Bild ohne Titel, sondern einen Titel ohne Bild. Wobei "Titel" eigentlich gar keiner ist, sondern einfach tautologisch sich selber bezeichnet und an der passenden Stelle steht. Er gibt nur vor, über allem zu stehen, etwas anderes macht er mit uns nicht.

October 13, 2018

Das Tuch scheint im Schatten die Berge zu spiegeln. Woher mein plötzliches Auge für Textiles? Stoff hat was Leichtes, Tuch kann flattern, steht der Bergschwere entgegen. Und nimmt Tuchfühlung auf mit Körpern, die es umhüllen, es berührt sie. 

Und Tuch vermag Körper auch in Szene zu setzen – selbst als Bettwäsche auf der Schnur ...

October 11, 2018

Da ist kein Rücken. Keine Schulter. Keine Haut.


„Dabei ist bekannt, wie hoffnungslos jeder Versuch ausfallen muss, mit Gewalt an etwas Bestimmtes nicht zu denken." Jurek Becker 

Wir sehen hier eine Unschärfe in Hautfarbe. Wenn wir sie "Etwas" nennen – lässt sich daran dann denken, greift das Wort? 

Immerhin Etwas ... 

October 9, 2018

​Preisgekröntes Foto (von Rolf Neeser, ausgestellt im Kornhaus Bern, im Leuchtkasten vor verhängtem Fenster) mit einem alten Paar, durch Fenster schauend. Blicke durch Fenster – Rückblicke ins gelebte Leben? 

„Die Zeiten ändern sich. Und wir ändern uns in ihnen.“

Ändern sich, aber bleiben.

Noch einmal Gerhard Meier: 

...

und an den Häusern

leckt die Zeit

und bleibt

...

Und Menschen sind auch Häuser. Hier das selbe preisgekrönte Bild, so gezeigt im Landesmuseum Zürich: Vor dem Bullauge, dem Fenster am Haus, liegt auf dem Gras ein junges Paar – es scheint da das Geschaute, quasi als Rückblick, zu liegen ... Vergangenheit als Gegenwart. 

October 7, 2018

SEVEN WAYS TO CROSS A LINE. Der Satz (er)eignet sich als Titel. Er klingt nach Programm, ist mir aber über den Weg gelaufen, hat ihn gekreuzt. Das passt zu ihm, denn das Bild ist der Weg. Es ist der Weg, und es durchkreuzt ihn. Es durchkreuzt sich selber.

Der Titel erweitert die Vorstellungswelt, die das Bild eröffnet, denn er lässt uns zählen, und im Zählen steigt die Präzision im Betrachten – im Betrachten sollen wir nicht grosszügig über manche Fakten hinweg sehen, im Leben schon. 

October 5, 2018

„Alles, was im Weltall existiert, ist die Frucht von Zufall und Notwendigkeit.“  Demokrit 

Mein Auge fand hier in dem kurzen Moment, der mich dazu bewog, an- und ein Bild festzuhalten, die Wäsche an der Leine im Gebirge, in dem sie hängt und trocknet, und las sie als Abfolge von Gipfeln. Als Berg-Kette.

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October 31, 2019

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