September 24, 2019

Zeugen von Erwartungen – ausgezogenes Schuhwerk vor dem Eingang; in der Vorstellung waren sie mächtig, die Erwartungen, und da blieben sie auch liegen. 

September 1, 2019

Meeting – 5 Tiere. Fünf? Pünktlich beim Abdrücken traf mich ein Taubenschiss. Die Taube hats also nicht bis aufs Bild geschafft, und sie rächte sich auf der Stelle, im Nacken. Und gehört im Bild eben doch dazu. Etwa so: 

Seht ihr den Mond dort stehen?

Er ist nur halb zu sehen,

und ist doch rund und schön!

So sind wohl manche Sachen,

die wir getrost belachen,

weil unsere Augen sie nicht sehen.

Matthias Claudius

August 25, 2019

Seine Aeste fangen ganz oben die Sonne ein, schon als er noch im Zwielicht steht. Ich nenne das Grün mal satt, ohne eigentlich zu wissen, ob er sich neulich verpflegte, der Gigant. Dürstet er? Ich nehme an, er tut es ohne Unterlass. Unten, irgendwo, ist sein Gaumen, und voll und stark ist sein Speiserohr. Das System ist eine Macht.

Zwei Spatzen pfeilen vom Dachrand hinauf ins Licht, fangen es ein, sehen elektrisch aus, verlieren es wieder. Dass Spatzen so scharf fliegen können, wo sie doch so gewöhnlich wirken und pfeifen. Eben, gewöhnlich hat halt viele Gesichter. Und viele Kleider.

Es kommen mir Geräusche ans Ohr, die kann ich nicht erklären. Sie beflügeln die Phantasie. Nun ist also auch sie unterwegs, sie befiedert den selben Spielraum wie die Spatzen, die Phantasie. Wir nennen ihn Himmel, aber wir wissen gar nicht, ob er es ist.

Federnde Schwalben überholen spielend einen Jet, der ganz unbeirrt sein Ziel anfliegt. Er ist hier vielleicht...

March 2, 2019

Inszenierung und Regie: der Moment und das Auge.

February 20, 2019

Ich mag die Nächte zum Schreiben, da können Worte das Bett finden, in dem ich selber nicht fliesse. Da müssen sie nicht pressieren, da verschwinden sie nicht in den Wogen des Alltags. Sie folgen dem Gefälle von Erinnerungen

Reminiszenz an die Stadt, die nicht schläft, die kaum schlafen lässt und dafür meine Worte fliessen machte – und macht. Und Wege sichtbar.

(Dieser Blog trägt die Nummer 500 – da wurde es schon mal Zeit für ein Wiedersehen).

January 29, 2019

"Dem Gehenden schiebt sich der Weg unter die Füsse."  Robert Walser

... um seine Spur mit aufzunehmen. Das Bild ist vom Friedhof, an dem Abend, als Mutter starb – die Sonne stand tief, ein Schatten verdoppelte und betonte im Sand jede der vergänglichen Spuren von Schritten durchs Leben. (Und Bilder sind auch Spuren, gerade Bilder von Spuren.)

(Konnte mich hier nicht entscheiden, ob ich mit aufs Bild will; das Bild mit meinen Füssen zeigt ja nicht mein Gehen, sondern mein Innehalten. Und klar, Robert Walser meinte was anderes: Wer geht, kommt weiter. Gerade daher blieb ich wohl am Sterben stehen.)

January 6, 2019

Was ist in diesem Bild meine Rolle? Ich sah es, und ich fand es stark – starkes Licht, starke Schatten, starke Kontraste. Starkes Thema: Zusammen auf ner Sitzbank.

Bin ich Teil des Bildes, bin ich hier auch Schatten? Nein, ich bleibe draussen. Bin Chronist.

Draussen bleiben beim Bäcker:

Und noch eins. Draussen bleiben – und drin sein zugleich:

December 11, 2018

Wege und Schatten. Und Abbilder, mit Julian Opie.

War gar nicht einfach, ein Bild zu schiessen, auf dem nur Schatten durchs Bild ziehen, ohne ihre Körper. Abdrücken auf Geratewohl also – und hoffen aufs Prinzip Hoffnung.

Im Schau-Fenster das Gehen als Projektion und als Spiegelung, und davor – am Boden – das Gehen als Schatten.

Und mitten drin – ein Einziger, der nicht schreitet. Der Bilder schiesst und hofft.

October 5, 2018

„Alles, was im Weltall existiert, ist die Frucht von Zufall und Notwendigkeit.“  Demokrit 

Mein Auge fand hier in dem kurzen Moment, der mich dazu bewog, an- und ein Bild festzuhalten, die Wäsche an der Leine im Gebirge, in dem sie hängt und trocknet, und las sie als Abfolge von Gipfeln. Als Berg-Kette.

August 5, 2018

Beachte die Blumen. Was wäre das Bild ohne den Titel? Oder hilft auch der nicht, den Blumenkranz, der sich um ihren Kragen windet, und die Analogie der Motive zu sehen? Ohne diese Analogie (die Gärtnerin und der Garten) hätte ich das Bild wohl nicht gemacht, ich hätte die Brote einfach genossen, nicht doppppelt.