November 8, 2019

Eine Mutter besucht ihre Ahnen in der Vitrine. Alles ähnelt sich: Posen, Kleidung, Haarpracht. Gegenwart liegt und lebt im Vergangenen, Vergangenes in der Gegenwart.

Die Zeit ist eine Spirale; sie bewegt sich voran und geht doch im Kreis.  

(Museum of Nature and Science, Tokyo).

July 24, 2019

Analogien und Differenzen in Kamakura. 

„Man muss sich zwischendurch ein Augenzwinkern gönnen, damit man die anderen Sachen, die ohne Zwinkern passieren, ertragen kann.“  Gerhard  Meier

Die Vorstellung hat man in der Hand. Die Wirkung nicht. 

May 30, 2019

Blick über die Lampe hinweg durchs Fenster aus dem Lokal mit Zunge-Spezialitäten in eine pulsierende Stadt: Rundungen, einfache und doppelte, bezogene und entkleidete, von vorne und von hinten, innen und von aussen, aussen und von innen.

April 28, 2019

Sechs Handschuhe, bereit gelegt zum Hängen einer Ausstellung von (Alex Barrys) Tuschebildern. Sie sind voll bei der Sache. Sie verkörpern die Inspiration. Als wollten sie was nachahmen. Die Bilder etwa.

"Man tut, was man kann, hiess es früher. Heute glauben alle, sie müssten tun, was sie nicht können."  Peter Sloterdijk     

Nachahmen etwa. 

March 17, 2019

Am Hähnchen-Grill. Werbung und Wirklichkeit: Das Leben eben. Bilder aus zwei Welten.

ERGEBENHEIT

grosse kräfte wirken leise

gleichen wolken auf der reise

kleine kräfte tönen laut

weil sonst keiner auf sie schaut

grosse ströme fliessen breit

sammeln viel und haben zeit

kleine bäche springen munter

in den strömen gehn sie unter

grosse stille ist das zeichen

für die einfachen und reichen

für ein streben ohne macht

sie sind da, es wird vollbracht

grosser glanz ist niemals hell

blendet nicht, vergeht nicht schnell

grosser glanz ist überall

steht uns zu von fall zu fall

grosse stille grosse kräfte

immerzu pulsieren säfte glanz

der ströme draussen drinnen

endlos ist ein neubeginnen                         

eugen gomringer 

March 7, 2019

"Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,..."    Hermann Hesse

Und ist der Anfang weg, schauen uns Alltag und Gegenwart ins Auge – von Angesicht zu Angesicht.

Hier hingegen musste der Zauber erst wachsen: War anfangs ein schlichtes beschichtetes Brett auf einem Podest im Kirchturm, gedacht als Tritt für Leute, um ans etwas zu hoch gebaute Fenster zu reichen und den Blick in die Ferne gehen lassen zu können. Für bessere Aussicht (nicht: Aussichten). Da reiben und bilden sich Fusstritte ab, sie gleichen Köpfen. Kopffüsslern. Der Zauber wohnt der Dauer inne. 

Es ist ein besonderes Geschenk, beim Höhersteigen und Weitersehen an Bildern zu schaffen. Die Spuren, die man als Einzelner legt, scheinen unbedeutend – und sind es doch nicht. 

So steigen wir auf den Tritt, neugierig, in die Ferne zu schauen. 

"Wir werden ja sehen, was wir sehen."   W.C. Röntgen

Und gestalten dabei unsere Welt. 

March 2, 2019

Inszenierung und Regie: der Moment und das Auge.

February 9, 2019

"Wie zertrümmert eine Fliege einen Porzellanladen? Sie sucht sich einen Stier, setzt sich in sein Ohr und beginnt zu summen. ... An leicht reizbaren Stieren mangelt es nicht auf dieser Welt."