June 23, 2019

Zeichnen: Ein Strich allein geht einfach durchs Bild.

Für Begegnungen brauchts zwei. Anders: Ein Kreuz erzählt vom Treffen. Oder vom Verpassen.

Ein Knäuel gar würde draus, wenn Linien sich auch noch verstrickten. 

October 21, 2018

Ist es sinnvoll, Bildern einen Titel zu verpassen? Berauben wir sie damit nicht vielmehr der Möglichkeit, in den Augen des Publikums etwas anderes sein oder zeigen zu können als das, was wir Produzenten ihnen an Wirkung mitgeben möchten? Ist nicht eben die eigene Interpretation des Betrachtenden wesentlich? Durchkreuzen Titel nicht eigentlich das Wesen der „freien“ Kunst - nicht einen vorbestimmten Sinn machen zu müssen? 

Titel können auch im Weg stehen – und gängige Vorstellungen durchkreuzen. Sie sind dann Verstellungen. 

Wir sehen hier zur Abwechslung und etwas mal nicht ein Bild ohne Titel, sondern einen Titel ohne Bild. Wobei "Titel" eigentlich gar keiner ist, sondern einfach tautologisch sich selber bezeichnet und an der passenden Stelle steht. Er gibt nur vor, über allem zu stehen, etwas anderes macht er mit uns nicht.

April 6, 2018

Will  jemand hier – irgendwie mit zuviel Nachdruck – die Passage verhindern? Oder wurde einfach kein klares Zeichen gesetzt? Etwas wirres Zeichen, das seinem Namen alle Ehre macht? Nomen-est-omen-Zeichen? Wirz? (Wirz, schwyzerdütsch für Wirsing, ist ein Kopfkohl ... Er zeichnet sich durch kraus gewellte Blätter aus.   Wikipedia)

Ich gehe nicht weiter, ich unterliege der Sperrung. Bin am Hag. Bin am Hag? Am Haag?

October 13, 2017

Arbeiten an der Hoffnung. Man könnte sie auch einen frommen Wunsch nennen. Sie lebt sprichwörtlich bis ans Ende – wo dann die Gescheitheit aufkreuzt.

Das mag jetzt hier ein Rätsel sein. Um aber das Glas und den Staub zu wischen und Transparenz zu schaffen – es basiert auf zwei Sprichwörtern: Am Ende stirbt die Hoffnung, dafür aber ist man klüger geworden, als man es zuvor war.

Kommt mit dieser Klärung wer schon klar, ist klug und vom Hoffen befreit? Das wARS. Wer nicht: RATet weiter, alles ist grad umgekehrt!

October 8, 2017

Schläft ein Lied in allen Dingen

die da träumen fort und fort,

und die Welt hebt an zu singen,

triffst du nur das Zauberwort.

Josef von Eichendorff

Mein Spiegelbild verbindet sich hier, auf Iceland, mit dem Blumenstrauss hinter der Scheibe. Die Beiden verbinden sich im Glas, und sie verbinden sich noch einmal auf dem Speicherchip (in der Kamera drin und in der Blumenvase, schön verborgen). Zudem hier auf dem Bildschirm und dann noch im Kopf der Betrachter – wo sie Wirklichkeit werden.

Da hebt sie zu singen an, die Wirklichkeit.

September 8, 2017

hat im Betrachten meiner Bilder angefangen, vom Unterschied zu reden, der zwischen uns liegt. Er traf mich vorbereitet. Er wolle nicht darstellen, was dann klar erkennbar sei, er wolle einen Unterschied schaffen, der den Betrachter unterfüttert lasse und ihn dazu anrege, Inhalte aus dem Dargestellten selber zu erfinden/herbei zu fantasieren.

Dafür war ich gut empfänglich. Gut, mag sein, dass er dies gar nicht so meinte, sondern etwas gänzlich anderes. So aber ist es bei mir angekommen und bis heute gültig, und darin korrespondieren genau die Ursache und die Folgen: eine Ursache nehmen und daraus eine eigene Folge kreieren. 

So erwarte ich es vom Betrachter von Bildern aus meiner Hand: Macht, was ihr wollt.

September 7, 2017

Rainer sah mich entgeistert an, als er den geräuchten Fisch quer durch halbiert hatte. Ich hatte ungläubig zugeschaut und es unvorstellbar gefunden, einen Fisch nicht längs zu halbieren, sondern quer. Eben hatte ich ihm das gesagt.

Rainer meinte, ich hätte noch manches aus dem gewohnten Verhalten um das Gegenteil zu erweitern, um die Welt begreifen zu können. Er rief mit dem Fischschnitt etwas wach, und ich machte mich auf den Weg, das Gesagte zu begreifen. Es heisst, die Welt aus anderen Blickwinkeln wahrzunehmen als aus seinem eigenen – der einem erwuchs, damit er überwunden werden kann und erweitert, wie ich finde. 

Wer bleibt gerne auf dem Ast sitzen, an dem er sägt? 

July 15, 2017

Danukus, Krowota, Mifulo: Die Titel bedeuten vorerst nichts; sie sind abstrakte 2-4-silbige Ausdrücke ohne vorbestimmten Inhalt; der/die Betrachtende nimmt sie assoziativ auf und kann ihnen im guten Fall eine individuelle Bedeutung geben, die auf persönlichen Anklängen beruhen, welche aus den Silben heraus spielen. Wie manchmal aus dem (leider rar gewordenen) Gebimmel mehrerer Glocken aufs Mal eine Melodie heraus kommt). In diesem Sinne unterlege ich ihnen analoge Absichten wie den Malereien – im Anblicken werden sie erst fertig, indem sie übers Auge individuell unterschiedliche Bilder und Vorstellungen erwecken. Sie sind Energien, nicht fixfertige Sujets. 

Eben so spiegelt sich an einem offenen Fenster im Nachbarhaus morgens die Sonne und landet als Lichtbild über meiner Bettstatt. Ich werfe beim Fotografieren meinen Schatten ins Licht und erzeuge dabei ein Gesicht, das mich anguckt. Hat es nicht auch für Dich, Betrachtender, einen B...

March 19, 2017

Analogien machen sich breit und uns stark, wenn sie es wollen.

Hier gibts zweimal zwei: Die Krücken der Pantheon-Betrachterin gründen auf Stein, die Säulen sind daraus gebaut. Und die Haarpracht nimmt schön die Rundung auf und die Wölbung. Es entstehen Zwiegespräche, Dialoge. 

Was liesse sich weiter schreiben? Es soll genug sein, Nun heisst es: schauen. Das Schauen wiederum verbindet in Analogie die Betrachtung der Betrachtenden des Pantheons im Bild mit jener der Betrachtenden der Betrachtenden des Pantheons im Bild. 

Und all die Worte sind Stützen, sind Krücken für das Betrachten des Bildes. Sie tangieren nicht das Bild und nicht das Abbild, aber sie helfen dem Leser und Betrachtenden auf die Beine und geben ihm Stand. Sie beschreiben Analogien und sie schaffen welche – auch zwischen Wort und Bild. Allerdings: Das hier kommt als Monolog.

March 5, 2017

C'est les détails qui font le total: Der Staatspräsident aus China auf Visite – und eine Randerscheinung in Bern am Bundeshaus: ein Selfie vor dem Fensterladen ist hier eins vor dem Regierungspalast: Ist sinnbildlich für die Nähe von Banalität und Bedeutung hierzulande. Ihren Präsidenten bekommen die beiden Chinesen nicht zu Gesicht, wohl aber die Hülle, in der er sich aufhält, den Palast des kleinen Fleckens. Und diese Nähe geht wohl alsbald um die Welt, ins Netzwerk und rüber nach China.

Und wann geht hier der Laden auf? Und dort?