December 8, 2019

Lampe und Spiegel. Senden und Empfangen. Strahlen und Reflektieren.

Und im Licht in seiner Spur: ein Schiff.

November 2, 2019

Hier kommt eine kleine Geschichte, die das unscharfe Bild zum Geschmier macht. Besser, umgekehrt: die dem Geschmier Form und Bedeutung verschafft. Geschmier ist ein schwierig einzusetzendes Wort, das einerseits genau das beschreibt, was es ist, nämlich das Ungewollte, Ungeformte. Das aber andererseits ebenso klar das meint, was am Anfang allen Formwillens steht und daher unabdingbar notwendig ist, will man nicht auf Geplantes, auf bereits Vorgegebenes (und demnach nicht explizit und spezifisch Erarbeitetes) greifen. Wenigen würde es wohl einfallen, zu betonen, dass am Anfang eines Leonardo-da-Vinci-Gemäldes unbeabsichtigtes, planloses "Geschmier" steht. Dennoch kann es genau da stehen, am Anfang. Die Grösse darin erkannte Leonardo selber, und er musste sie aus dem Geschmier heraus holen und sichtbar machen. („Achte diese Meinung nicht gering, in der ich dir rate, ... manchmal stehen zu bleiben und auf die Mauerflecken hinzusehen oder...

April 1, 2019

Ich sass an einem Tisch in der Toskana, hinter nem Drink und auch nem Salat. Mit 16 Jahren. Woran ich mich noch weiter erinnere, ist: dass ich mich darum bemühte, in Worten einem Tropfen zu folgen, wie er an der Olivenölflasche rann und die  Welt spiegelte und die Flasche.

Das ist Sprache, sie spiegelt eine Welt. Ich scheiterte am Tropfen. Aéthérée, so schien er mir, so wollte ich ihn haben. Ätherisch. 

Und doch – oder: daher vielleicht – versuch ichs noch heute: eine Welt zu spiegeln. Sie im (vorüber) Gehen festzuhalten.

Manchmal gehts, dann bleibt sie. 

February 20, 2019

Ich mag die Nächte zum Schreiben, da können Worte das Bett finden, in dem ich selber nicht fliesse. Da müssen sie nicht pressieren, da verschwinden sie nicht in den Wogen des Alltags. Sie folgen dem Gefälle von Erinnerungen

Reminiszenz an die Stadt, die nicht schläft, die kaum schlafen lässt und dafür meine Worte fliessen machte – und macht. Und Wege sichtbar.

(Dieser Blog trägt die Nummer 500 – da wurde es schon mal Zeit für ein Wiedersehen).

February 9, 2019

"Wie zertrümmert eine Fliege einen Porzellanladen? Sie sucht sich einen Stier, setzt sich in sein Ohr und beginnt zu summen. ... An leicht reizbaren Stieren mangelt es nicht auf dieser Welt."

Yuval Noah Harari

Hier stehts, anschaulich, vergrössert, wissenschaftlich, ganz schön hässlich: Modell-Insekt im NY Museum of Natural History, hinter nem Glas, flankiert von 4 und von mir. Wir kommen noch mal davon, es passt in kein Ohr. Passt nicht ins Ohr, ist einfach nur packend und fesselnd: Den Ekel, ihn wählen wir hier, ich und die 4. Der passt. 

January 17, 2019

Vergangen nicht, 

verwandelt ist, 

was war.

R. M. Rilke

Geht. Und kommt wieder. 

December 20, 2018

Pflasterstein, von Baumwurzel umflossen, und  ...

... Klammer, an grosse Malerei in Illustrierter geheftet (Balthus).

November 4, 2018

Der Bauer drückt an Eutern. Der Maler an Farbtuben (und an sich selber). Die Besucherin am Display. Und dabei könnte die Rede sein von Dicke und Fülle. Aber darf man das heute noch so direkt ins Wort fassen? Ich müsste, das so tuend, wohl darauf verzichten, meine Notizen immer sogleich zu veröffentlichen. Sie bei mir behalten. Andererseits aber: Wäre dann mein Antrieb, sie zu verfassen, genügend dick? Ich brauche Lesende, eine/n zumindest. Wo ich Lesende vermute, da drängt es mich, ihnen was richtig anzubieten, da will ich mich ausdrücken. Da möchte ich einen Bogen machen vom Motiv der Betrachtung zum Subjekt (das ich selber bin). 

Und wo mir der Bogen gelang, da  rundet sich alles.

June 11, 2018

Wenn ich das Gebilde, geformt mitsamt meinem fotografierenden Schatten, so betrachte, kommts mir vor, als kreiere an dieser Stelle sogar der Parkingboden ein Inspirationsmoment; einen Vulkankegel mit übermütigem Ausbrüchlein einiger grauer Lavabröckchen, die entschieden sind, sich keinesfalls vom Gesetz der Schwerkraft im Zaume halten zu lassen und sich lieber barock zieren. 

Sind halt Risse, Reparaturen und Ranken im Boden vor der grossen DIA Art Foundation in Beacon, USA, in sommerlicher Hitze. Drum wohl. Wir hatten den falschen Tag gewählt, die Foundation war zu, viel anderes aber bewegt. Alles blieb Vorstellung.