December 4, 2019

Volles Bild, auch mal mit Leere voll. Fülle mit Leere. Wie Weile mit Eile. Kunst.

Haben wir ein Sensorium für die Fülle in Leerstellen? So: „Fast eine Verzückung wie im Zustand der Leere.“ Yasunari Kawabata 

November 2, 2019

Hier kommt eine kleine Geschichte, die das unscharfe Bild zum Geschmier macht. Besser, umgekehrt: die dem Geschmier Form und Bedeutung verschafft. Geschmier ist ein schwierig einzusetzendes Wort, das einerseits genau das beschreibt, was es ist, nämlich das Ungewollte, Ungeformte. Das aber andererseits ebenso klar das meint, was am Anfang allen Formwillens steht und daher unabdingbar notwendig ist, will man nicht auf Geplantes, auf bereits Vorgegebenes (und demnach nicht explizit und spezifisch Erarbeitetes) greifen. Wenigen würde es wohl einfallen, zu betonen, dass am Anfang eines Leonardo-da-Vinci-Gemäldes unbeabsichtigtes, planloses "Geschmier" steht. Dennoch kann es genau da stehen, am Anfang. Die Grösse darin erkannte Leonardo selber, und er musste sie aus dem Geschmier heraus holen und sichtbar machen. („Achte diese Meinung nicht gering, in der ich dir rate, ... manchmal stehen zu bleiben und auf die Mauerflecken hinzusehen oder...

July 30, 2019

Welt als Wurf.

"Die Welt muss uns anrennen, muss uns anfallen, nicht wir sie, sondern sie uns, damit wir sie mitbekommen.“  Gerhard Meier

(SAPIMONIUM, 2019, Gesso auf Baumwolle,  100x140 cm)

June 9, 2019

Was Worte nicht bieten, kann Farbe: Sie verfängt und umfasst sich, umfängt und verfasst mich, ich komme ganz rein. Das Leben bietet mir solche Gänze nicht oft – und schon gar nicht die Sprache. Daher wohl bin ich Maler.

April 28, 2019

Sechs Handschuhe, bereit gelegt zum Hängen einer Ausstellung von (Alex Barrys) Tuschebildern. Sie sind voll bei der Sache. Sie verkörpern die Inspiration. Als wollten sie was nachahmen. Die Bilder etwa.

"Man tut, was man kann, hiess es früher. Heute glauben alle, sie müssten tun, was sie nicht können."  Peter Sloterdijk     

Nachahmen etwa. 

December 28, 2018

„Der Raum ist ... ein Mittel, zu verhindern, dass sich alles an derselben Stelle befindet.“  Peter Sloterdijk

Malerei ist ... ein Mittel, zu verhindern, dass alles, was sich an der selben Stelle befindet, aussieht, als befinde es  es sich an der selben Stelle. 

(Film zum Bild)

October 7, 2018

SEVEN WAYS TO CROSS A LINE. Der Satz (er)eignet sich als Titel. Er klingt nach Programm, ist mir aber über den Weg gelaufen, hat ihn gekreuzt. Das passt zu ihm, denn das Bild ist der Weg. Es ist der Weg, und es durchkreuzt ihn. Es durchkreuzt sich selber.

Der Titel erweitert die Vorstellungswelt, die das Bild eröffnet, denn er lässt uns zählen, und im Zählen steigt die Präzision im Betrachten – im Betrachten sollen wir nicht grosszügig über manche Fakten hinweg sehen, im Leben schon. 

July 6, 2018

«Was trachte ich nach dem Glücke? Ich trachte nach meinem Werke»   Nietzsche

Das Werk entzieht sich mal, mal bietet es sich an. Es schlägt unerahnte Wege vor und ein, es versammelt Farbe und entlässt sie wieder.

Es kann das Glück im Werk liegen, und es kann das Werk im Glück stehen. Hier kommts:

February 12, 2018

Ich mag es, wenn alles leichtfüssig wirkt.

..Als sei das Essen vom Himmel gefallen, so soll es wirken." Daniel Humm, Starkoch New York

Vom Himmel gefallen hiesse, alles läge auf dem Kopf...

Oder in einem Matsch auf dem Teller, zusammengedrückt vom Aufprall?

Oh Nein, so hat er das bestimmt nicht gemeint,

Auch so nicht. Oben sanft gleitend, unten ein Murks.

So vielleicht? UNDENUND, Gesso auf Baumwolle, 45x55 cm. 2017. Oder auch nicht?

Dann so? OLUNGEN, Oel auf Baumwolle, 190x120 cm. 2018

Auf und Ab, Das hört wohl nie auf...

January 25, 2018

Ich drehe das Gemalte auf den Kopf – wie will ichs haben, wie soll es sein und bleiben?

Es ist das gleiche Material, doch nicht das gleiche Bild. Das Material braucht uns, um Bild zu werden. Wir drehen die Welt im Bild, und mit dem Bild dreht uns die Welt.

"Es gibt eben keine Waage, bei der beide Schalen gleichzeitig hinaufgehn."   Franz Kafka

Und dreht sich weiter. Und steht nicht still.