December 6, 2019

... rundet, Welt mundet.

November 24, 2019

Wie gross darf Unschärfe werden, bis Bekanntes unerkennbar wird? Wie unscharf darf Unverkennbares sein? Das hier: ein befreundetes Gesicht, unscharf. Er liest diesen Blog – "Poesie der Momente – zur Erforschung der Sichtbarkeit" – im Abo und begegnet sich hier somit selber. Ein bewegter Mann, ein bewegender. Ich frage ihn hier, ob er sich erkennt. Kennst Du Dich seitlich? Kennst Dich unscharf bewegt, als unscharfer Wisch?

November 7, 2019

Pause bei Bier vom Aufsteigen am Berg. In der Luftblase gespiegelt ist zu sehen, was drin keinen Platz findet. Mal scharf, mal nicht. Marco, in der Bierblase drin, verzeihe mir die ungefragte Publikation hinter dem Filter.

November 2, 2019

Hier kommt eine kleine Geschichte, die das unscharfe Bild zum Geschmier macht. Besser, umgekehrt: die dem Geschmier Form und Bedeutung verschafft. Geschmier ist ein schwierig einzusetzendes Wort, das einerseits genau das beschreibt, was es ist, nämlich das Ungewollte, Ungeformte. Das aber andererseits ebenso klar das meint, was am Anfang allen Formwillens steht und daher unabdingbar notwendig ist, will man nicht auf Geplantes, auf bereits Vorgegebenes (und demnach nicht explizit und spezifisch Erarbeitetes) greifen. Wenigen würde es wohl einfallen, zu betonen, dass am Anfang eines Leonardo-da-Vinci-Gemäldes unbeabsichtigtes, planloses "Geschmier" steht. Dennoch kann es genau da stehen, am Anfang. Die Grösse darin erkannte Leonardo selber, und er musste sie aus dem Geschmier heraus holen und sichtbar machen. („Achte diese Meinung nicht gering, in der ich dir rate, ... manchmal stehen zu bleiben und auf die Mauerflecken hinzusehen oder...

May 6, 2017

CHROMOS ist das Ergebnis eines verspielten Abends im Atelier. Chromspäne bewegen sich und die Kamera dringt ins Innerste. Du glaubst alles am Leben. 

April 17, 2017

Manchmal reden die Dinge zu mir. Ich rede dann zurück, die Dinge reden also mit mir.

Die Dinge sind dann übervoll, sie überfliessen. Anders als leere Gläser.

Und doch ist ein leeres Glas ein Sinnbild dafür.

Ein tiefer Blick ins Glas durchschaut es.

Ein Glas spiegelt die Welt, und es lässt sie durch.

Das Schreiben über ein leeres Glas gleicht diesseitig dem Schreiben über Nichts (auch schon alles andere als nichtig).

Aber jenseitig ist es das Schreiben über Alles.

Ich befasse mich nun mit dem Alles und dem Nichts.

Beide reden sie mit mir.

Sie bedeuten mir alles und nichts.

Und dazwischen ist das Glas, die Schnittstelle. 

Dieser Text ist wohl etwas selbstgefällig; ich lasse ihn stehen, ich lasse ihn durch, er erinnert mich an Zeiten, in denen ich schrieb, ohne einen Inhalt zu haben für die Worte. Es war tautologisch – was mir half, einen Sinn zu finden in halb leeren Worten. 

March 26, 2017

"Man sieht die Sonne langsam untergehen und erschrickt doch, wenn es plötzlich dunkel ist."

Franz Kafka

Bessere Zeiten soll man erkämpfen wollen, nicht erhoffen. Hoffen ist frommer Wunsch. Hoffen krümmt. Hoffen ist nicht scharf genug. Hoffen macht nicht den ersten Schritt. Hoffen bleibt stehen. Hoffen hat wenig Farbe. 

February 18, 2017

Stillstand und Bewegung. Schärfe und Unschärfe. Präsenz und Absenz (ein Stück fehlt – und ist doch da). Helle und Dunkel. Graustufen und Farbeinsatz. Kanten und Rundungen. Weiches und Hartes. Licht und Schatten. Inhalt und Form. ...

Kein Thema fehlt, und doch ist das alles sehr banal, ist einfach nur Käse (seltsame Einfälle durchschwirren einen manchmal, wenn man früh morgens im Bettchen liegt, mit Tastatur und Bildschirm auf den Knien vor dem Auge, und den Duft frischen Kaffees vor sich durchziehen hat).

Das Bild gleicht einem Schnappschuss, ist aber keiner. Spontan war nur der Entschluss, den Käse, aufs Messer gespiesst, statt zum Mund vor der offenen Kamera hin und her zu bewegen wie ein Attraktor, auf den die Aufmerksamkeit fallen soll – wie der Duft, der vom Kaffee rüber zieht. 

Und dann im Bettchen wachen und auf den Moment warten, wo ei...

January 18, 2017

Es sieht nicht alles ein, auch wer in alles rein sieht. 

October 10, 2016

In einen Text zu kriechen, der noch nicht mal da ist, ja von dem noch nicht mal klar ist, worum er sich drehen soll, wie und wo die Pforte sein soll, durch die man kriecht - dem gleicht mein Malen. Da ist eine Farbe, und da ist ein Wort - und alles baut sich drum auf und drüber, und eins gibt das andere und manches muss auch wieder verschwinden und was bleiben kann, muss aussehen, als sei es anders unmöglich. Da wird Unschärfe scharf.