November 28, 2019

Daibutsu, sitzender Buddha. Wurde 1252 erstellt und geriet in einem Tsunami 1492 ins Freie, weil der Tempel, in dem er stand, weggeschwemmt wurde. Die gigantische Bronze-Figur ist 13,35 m hoch und betretbar. Fenster im Rücken bieten Licht und frische Luft. 

Was mich indes draussen fesselte, war, im Betrachten einen Blickwinkel zu finden, in dem der Kopf hinter dem Rücken verschwindet. An dessen Stelle steht mittags das Strahlen .

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Hals, Ansicht innen – die Konstruktion.

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Sonnenhöchststand über Mittag. Unter der Krempe entkommt nur die Nase, den Rest flutet der Schatten. (Kamakura, Japan)

November 7, 2019

Pause bei Bier vom Aufsteigen am Berg. In der Luftblase gespiegelt ist zu sehen, was drin keinen Platz findet. Mal scharf, mal nicht. Marco, in der Bierblase drin, verzeihe mir die ungefragte Publikation hinter dem Filter.

October 26, 2019

Wipfel und Wolken, im Glas gespiegelt. Und Berghütten-Vorhänge – Spitzen, die Zackenmuster zeigen, als meinten sie Berge; und auch Sterne hats drauf, gehäkelte, gezackt.

Landschaft also drinnen wie draussen, doch musste der Blick erst rein und sie finden: „Kein Dichter gibt einen fertigen Himmel; er stellt nur die Himmelsleiter auf von der schönen Erde.“ Josef von Eichendorff, "Ahnung und Gegenwart"

September 26, 2019

Vorspiegelung – Werbung und Wirklichkeit am Berliner Flughafen. Sans souci.

September 18, 2019

Es gab in den Bergen den Morgen, an dem die Sonne hinter dem Bergrücken aufkam und in das Glas der Cristallina-Hütte brach – morning has broken. Der Augenblick, in dem die schöne Natur sich im Menschlichen spiegelt. Im gesplitterten Glas fangen sich die frühen Lichtstrahlen, und es zeigt sich die Power des Moments. Cristal-Moment, strahlend.

May 17, 2019

Der Lichtwurf zieht über mich hin, einem Rückgrat gleich; Sonnenlicht, von einem Garage-Dachfenster an die Atelier-Decke reflektiert, durch Jalousien rhythmisch gegliedert. Die Aussenwelt in der Innenwelt. Inspirierender Moment, der wohl mein altes Atelier immer wieder mal durchlief, das ich aber einmal nur sah. Ein einziges Mal.

Ich fing es ein, es fing mich ein.

April 1, 2019

Ich sass an einem Tisch in der Toskana, hinter nem Drink und auch nem Salat. Mit 16 Jahren. Woran ich mich noch weiter erinnere, ist: dass ich mich darum bemühte, in Worten einem Tropfen zu folgen, wie er an der Olivenölflasche rann und die  Welt spiegelte und die Flasche.

Das ist Sprache, sie spiegelt eine Welt. Ich scheiterte am Tropfen. Aéthérée, so schien er mir, so wollte ich ihn haben. Ätherisch. 

Und doch – oder: daher vielleicht – versuch ichs noch heute: eine Welt zu spiegeln. Sie im (vorüber) Gehen festzuhalten.

Manchmal gehts, dann bleibt sie. 

March 7, 2019

"Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,..."    Hermann Hesse

Und ist der Anfang weg, schauen uns Alltag und Gegenwart ins Auge – von Angesicht zu Angesicht.

Hier hingegen musste der Zauber erst wachsen: War anfangs ein schlichtes beschichtetes Brett auf einem Podest im Kirchturm, gedacht als Tritt für Leute, um ans etwas zu hoch gebaute Fenster zu reichen und den Blick in die Ferne gehen lassen zu können. Für bessere Aussicht (nicht: Aussichten). Da reiben und bilden sich Fusstritte ab, sie gleichen Köpfen. Kopffüsslern. Der Zauber wohnt der Dauer inne. 

Es ist ein besonderes Geschenk, beim Höhersteigen und Weitersehen an Bildern zu schaffen. Die Spuren, die man als Einzelner legt, scheinen unbedeutend – und sind es doch nicht. 

So steigen wir auf den Tritt, neugierig, in die Ferne zu schauen. 

"Wir werden ja sehen, was wir sehen."   W.C. Röntgen

Und gestalten dabei unsere Welt. 

December 11, 2018

Wege und Schatten. Und Abbilder, mit Julian Opie.

War gar nicht einfach, ein Bild zu schiessen, auf dem nur Schatten durchs Bild ziehen, ohne ihre Körper. Abdrücken auf Geratewohl also – und hoffen aufs Prinzip Hoffnung.

Im Schau-Fenster das Gehen als Projektion und als Spiegelung, und davor – am Boden – das Gehen als Schatten.

Und mitten drin – ein Einziger, der nicht schreitet. Der Bilder schiesst und hofft.

October 9, 2018

​Preisgekröntes Foto (von Rolf Neeser, ausgestellt im Kornhaus Bern, im Leuchtkasten vor verhängtem Fenster) mit einem alten Paar, durch Fenster schauend. Blicke durch Fenster – Rückblicke ins gelebte Leben? 

„Die Zeiten ändern sich. Und wir ändern uns in ihnen.“

Ändern sich, aber bleiben.

Noch einmal Gerhard Meier: 

...

und an den Häusern

leckt die Zeit

und bleibt

...

Und Menschen sind auch Häuser. Hier das selbe preisgekrönte Bild, so gezeigt im Landesmuseum Zürich: Vor dem Bullauge, dem Fenster am Haus, lieg