Aus dem Zufall löffeln


"Dieser Maler ist wie Orbaneja, ein Maler, der in Ubeda lebte, und der, wenn man ihn fragte, was er male, stets antwortete: «Was eben daraus werden wird.»

Cervantes, DON QUIXOTE

Der also dem Zufall frönte. Aber gut, Zufall ist das falsche Wort. Ich machte schon tausend Versuche, es zu umschreiben, das Phänomen präziser zu fassen – und es ging noch immer präzise daneben. Hier ist ein neuer:

Der Maler wählte unter den Bestecken den Löffel aus und legte ihn an seinen Platz neben dem Teller. Er sah, dass die Sonne flach durchs Fenster kam und einen weichen Schatten legte. Und stellte fest: Da ist es, das schöne Bild im Löffel (im Grün der Salatschale, im tiefen Rot aus dem Weinglas ...)

Solcherart war ihm die Inspiration. Er fotografierte den Löffel und seine Farben. Hätte er malen mögen, was er sieht, so hätte er nicht Maler werden mögen.

Er malt also, was fehlt, im Löffel hier – und da ist doch einiges: was eben daraus werden will.

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