Am Vergehen

Alles geht vorbei, auch der Übergang. Er geht vorbei auch gegen das Bestreben, zu erhalten und wieder herzustellen.

Demokratisierung war – und ist – der Versuch, dem Monotheismus zu entkommen. Ging eigentlich daneben, und die Tendenz geht wieder in die Gegenrichtung. Auch und gerade im Profanen. Man will wieder Menschen anhimmeln, nicht länger oder nicht in erster Linie Ideen und Konzepte. Demokratie ist allerorten daran, sich selber überflüssig zu machen, wie ein Baugerüst halt. Wer hätte gedacht, dass das so schnell und gründlich gehen kann. Sancta Simplicitas!

Gebührt Beachtung hier eigentlich dem Holzgerüst, das helfen soll, den morschen Bau darin vor dem Einsturz zu bewahren? Oder ist das Gerüst nur die Hilfskonstruktion – für den Steinbau errichtet und dem Vergehen zugedacht?

Ist die Demokratie, der gefährdete Zusammenhalt, der Zweck für das Holzkonstrukt, oder ist sie selber das Holzkonstrukt, und der Monotheist/der Populist ist gerade dabei, mit ihrer Hilfe wieder zu altem "Glanz" zu finden?

(Szene aus Havana, wo es anders lief und läuft, umgekehrt – und gerade deshalb eigentlich gleich. Es ist immer das Wechselspiel zwischen Einsturz und Weiterbestand, zwischen Masse und Auflösung,)

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