Leere&Fülle


"OVORNILIMUM“, Mineralfarbe, Mural 2020 in Santa Maria/Müstair



Es evozieren blaue und goldene Pinselstriche Vögel im Flug. Besser: Flügelschläge. Ephemeres. Sie schwärmen und schwirren über die Wände und sind kaum zu fassen. 


Als Malerei lassen sie sich nieder auf Putz und Tünche. Sie zeigen Flüchtiges und Vergängliches und werden doch Dauer. Zwar sind sie flüchtige Skizze, sind aber doch auch überschwängliche Geste. Sind Hingewischtes und Pathos zugleich. Augenblick&Dauer. Kairos&Chronos. Tyche&Fortuna... Ganz oben im Gewölbebogen dann verdichten sich all die Vögel zum Knäuel, zum Ornament fast. Da rücken sie näher, da werden sie fassbar. Malerei kann im engen Gewölbe Weite simulieren. Das kann sie. Ja, sie braucht Enge, um zur Weite zu kommen.

Zeigt den weiten Schwung und das stille Gleiten, den überwältigenden Wisch und den feinen Akzent. Vereint alle Gegenteile: die Kunst. 

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